Die Strecke

DE 26 im Juli 1999 in Dortmund Körne (Foto: Frank Seebach)
DE 26 im Juli 1999 in Dortmund Körne (Foto: Frank Seebach)

Der Gartenstadtradweg ist auf der ehemaligen Dortmunder Kleinbahn, einer stillgelegten GĂŒterverkehrsstrecke zwischen dem Phoenix-Werk in Dortmund Hörde und der WestfalenhĂŒtte, geplant. Am 28. MĂ€rz 1905 war der Bau der Dortmunder Kleinbahn vom Hafen nach Hörde durch die Stadtverordnetenversammlung genehmigt worden (Dortmunder Hafen o. J), nachdem am 19. Januar 1900 die Preußische Regierung der Stadt die notwendige Konzession erteilt hatte (Tempel: 2003: 88). Am 5. September 1907 wurde sie dann eröffnet und 1953 mit der Hafenbahn, mit der sie eine betriebliche Einheit bildete, fusioniert. Der Ausdruck Kleinbahn besagt nur, dass es eine konzessionierte Privatbahnen war (Völkel 2007).

Die Bahn war ein strategisches Glied in der logistischen Kette der Dortmunder HĂŒttenindustrie, die als Bahn in kommunaler TrĂ€gerschaft den lokalen BedĂŒrfnissen angepasst agieren konnte und musste. Schlussendlich konnte die als kommunale Strukturhilfe entstandene Bahn den Nachteil gegenĂŒber der Rheinschiene nicht ausgleiche, so dass die Bahn 2002 stillgelegt wurde.  WĂ€hrend ihrer Existenz wurde die Strecke fast nur von der Stahlindustrie genutzt (Tempel 2003: 84-85). Ein ursprĂŒnglich mitkonzessionierte Strecke zur HĂŒtte in Aplerbeck ĂŒber SchĂŒren hinaus wurde nie realisiert, so dass nur die knapp 14 km zwischen Bahnhof Westerholz und Bahnhof SchĂŒren gebaut wurden. Der Bahnhof SchĂŒren lag direkt neben der Hörder Kohlenbahn. Bald nach der Eröffnung gab es auch Anschlussgleise von BaugeschĂ€ften und Ziegeleien (Tempel 2003: 89-90).

In den 1950er-Jahren wurde die Strecke im Bereich der WestfalenhĂŒtte um einen Kilometer nach Osten verlegt. 1968 wurde dann die Verbindungskurve bei SchĂŒren gebaut, um direkt auf das WerksgelĂ€nde fahren zu können (Tempel 2003: 90). Eröffnung war am 20. September (Tempel 2018: 238). Mit den den Konzentrationsprozessen in Folge der Fusion der Dortmunder Standorte der Stahlindustrie stieg das Transportvolumen deutlich an. 1974 war die Transportleistung nach 10 Jahren verdoppelt (Tempel 2003: 95).

Im Jahr 1996 machten die AuftrĂ€ge des Krupp-Hoesch-Konzerns ĂŒber 90 % der Dortmunder Eisenbahn GmbH aus, die 1973 vom der Dortmunder Hafen- und Eisbahn AG zusammen mit der Krupp Hoesch Stahl AG gegrĂŒndet worden war. Der öffentliche Verkehr des Unternehmens beschrĂ€nkte sich somit hauptsĂ€chlich auf den Verkehr zwischen den Dortmunder Standorten und dem Hafen. Die öffentliche GleislĂ€nge betrug 63,9 km. Bereits damals war abzusehen, dass die Strecke ihr Bedeutung verlieren wird und das Eisenbahnunternehmen in Zukunft viel regionaler ausgerichtet sein wird (Schumann/Wernke 1997: 73-75).

Auf der Bahnstrecke zwischen WestfalenhĂŒtte und Hörde wurde der Betrieb Anfang 2002 eingestellt (Tempel 2018: 230). Nachdem RĂŒckbau im gleichen Jahr erfolgte erst 2008 die Entwidmung und schließlich 2017 der Verkauf an den RVR (Tempel 2018: 247).

Einen ausfĂŒhrlichen Bericht ĂŒber die Geschichte der Dortmunder Kleinbahn von Norbert Tempel gibt es in dem 2003 (2. Aufl. 2018) erschienenen Buch „Die Dortmunder Eisenbahn“, das Rolf Swoboda herausgegeben hat und das bwi DGEG Medien in Hövelhof erschienen ist.
Auf der Webseite von Georg Ringler gibt es historische Fotos zur der Strecke von Frank Seebach. (Galerie 1, Galerie 2) Auch im Drehscheibe-Forum hat er Bilder von der Strecke veröffentlicht (Beitrag). In einem weiteren Beitrag in diesem Forum gibt es Fotos vom Streckenzustand 2014 und historische Bilder und vor allem auch PlĂ€ne. Auf rangierdiesel.de und railhoo.de gibt es ausfĂŒhrliche Infos zu den eingesetzten Lokomotiven im Laufe der Jahrzehnte.

Entlang der Bahnstrecke verlief vielerorts Röhren. Die Koksgasröhren gehört zu einer ĂŒber 20 km lang Ringleitung. Optisch dominanter war die bis zu 2,50 Meter breite Gichtgasröhre, die jedoch zwischen der Kokerei Hansa und der Zeche Minister Stein nicht bestand. Der Ă€lteste Abschnitt im Bereich Hörde stammte von 1912 (Kocbeck 2008: 1). Er wurde in den letzten 10 Jahren abgerissen. Hinzu kamen Leitungen fĂŒr Stickstoff, Sauerstoff, Ferngas, Ergas und Strom (Kocbeck 2008: 1). Im Bereich des Gartenstadtradweges verließen die Röhren am Freiligrathstraße die Trasse um direkt Richtung SĂŒden zum Phoenix-Werk gefĂŒhrt zu werden. Ein 2.500 Meter langer Abschnitt von Phoenix-West aus bis in diesen Abschnitt wurde 2008 zurĂŒckgebaut (Kocbeck 2008: 22).

Der Regionalverband Ruhr und die Stadt Dortmund bauen die Trassen nun zu einem Geh- und Radweg aus. Der Weg wĂŒrde eine Verbindung von Hörde-Zentrum ĂŒber Phoenixsee – Gartenstadt – Körne  mit der Hellwegachse und  dem Radschnellweg Ruhr – Gewerbegebiet Hannöversche Straße zur WestfalenhĂŒtte herstellen. Erste Informationen dazu gibt es auf der Seite der Stadt Dortmund und des RVR.

Die Strecke ist auch schon bei Bahntrassenradeln verzeichnet.

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Geplanter Gartenstadradweg

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Geplanter Gartenstadradweg: 51.514385, 7.514445

 

Literatur:

  • Dortmunder Hafen AG (Hg.) o. J.: Historie; dortmunder-hafen.de/hafen/historie (Abgerufen am 07. 05. 2016).
  • Kocbeck, Peter 2008: StĂ€hlerne Schlangen. Dortmunds Gichtgas-Leitungen – Bauwerke mit monumentalem Charakter; Schriftreihe ĂŒber Dortmunds Industriegeschichte 8; Dortmund: Eigenverlag.
  • Schumann, Michael/Wernke, Michael 1997: Die Dortmunder Eisenbahn GmbH; Der Schienenbus 6/97, 73-80.
  • Tempel, Norbert 2003: Die Dortmunder Eisenbahn; in Swoboda, Rolf (Hg.): Die Eisenbahn in Dortmund; Hövelhof: DGEG Medien, 83-202.
  • Tempel, Norbert 22018: Pulsschlag aus Stahl: Die Dortmunder Eisenbahn; in
    Swoboda, Rolf (Hg.): Die Eisenbahn in Dortmund; Hövelhof: DGEG Medien, 230-252.
  • Völkel, Alexander 2007: Die große Geschichte der Kleinbahn; derwesten.de/staedte/dortmund/die-grosse-geschichte-der-kleinbahn-id1936974.html (Abgerufen am 07. 05. 2016).